Bei Gott sind alle willkommen - ALLE!

Udo Schmidt, Geschäftsführer der Immanuel Albertinen Diakonie, erklärt in seiner Rede, warum es für den kirchlichen Träger wichtig ist, alle Menschen willkommen zu heißen und Diskriminierung und Ausgrenzung von LSBTI*-Menschen keinen Raum zu geben.

Neuer Lebensort der Vielfalt

Wir haben allen Grund, heute einen Moment an diesem Ort innezuhalten und auf das zu achten, wofür wir einstehen wollen, wofür wir uns mancherorts immer noch angreifbar machen und was doch so selbstverständlich ist, wie das Leben schlechthin.

Wir feiern einen neuen Lebensort der Vielfalt – und die Tatsache, dass wir diese Vielfalt mit einem großen Selbstverständnis leben wollen, steht uns in der Immanuel Diakonie mit unserem Hintergrund gut an.
[..] Neben meiner Tätigkeit als Geschäftsführer der Immanuel Diakonie bin ich ehrenamtlich Gemeindeleiter der Baptistengemeinde Schöneberg - sie ist die alleinige Gesellschafterin der Immanuel Diakonie. […]

Vielfalt erleben und leben in der Gemeinschaft der Kirchengemeinde

In einem Prozess der Wertefindung und der Neuformulierung von dem, was Menschen, die ihr Christsein in dieser Gesellschaft leben wollen, gerne vermitteln, hat die Gemeinde ein Manifest mit fünf Einzelzielen formuliert: Gott erleben, Menschen begegnen, Füreinander da sein, Anderen helfen und fürs Leben lernen! Diesen Aussagen vorangesetzt steht der Slogan: Bei Gott sind alle willkommen – ALLE!

Bei Gott sind alle willkommen – Alle! – ist eine von Menschen erlebbare Gleichstellung in jeder Hinsicht, auch und gerade für LSBTI*-Menschen! Das bedeutet, kein Raum für Diskriminierung, für Ausgrenzung und für Kriminalisierung, die ältere Menschen noch erleben mussten.

Als wir diese unmissverständliche Botschaft mit der Bekanntgabe dieser ausnahmslosen Vielfalt auf unsere Drucksachen, im Internet und auf jeder Präsentation zu Beginn eines Gottesdienstes zeigten, blieb das nicht ohne Wirkung.

Zu unserer Gemeinde gehören heute zahlreiche lesbische und schwule Menschen. Sie arbeiten an ganz unterschiedlichen Stellen der Kirchengemeinde mit. Und sie gehören ganz selbstverständlich dazu.

Seit mehreren Jahren hat die Gemeinde gemeinsam mit dem Seniorenzentrum einen Stand auf dem Motzstraßenfest.

Ich finde das bemerkenswert: Menschen öffnen sich nach einem Prozess innerhalb weniger Jahre ganz selbstverständlich auf der Grundlage ihres christlichen Glaubens! Was sie in der Gemeinschaft einer Kirchengemeinde erlebt haben, lässt sie gemeinsam eine vorher nicht praktizierte ausnahmslose Vielfalt leben und erleben. Es gibt keinen Raum für eigenartige Differenzierungen von Menschen und es erfolgen keine missachtenden Verdächtigungen unter den Kirchenbesuchern.

Bei Gott sind alle willkommen – Alle! – ist eine von Menschen erlebbare Gleichstellung in jeder Hinsicht, auch und gerade für LSBTI*-Menschen! Das bedeutet, kein Raum für Diskriminierung, für Ausgrenzung und für Kriminalisierung, die ältere Menschen noch erleben mussten.

Christliche Nächstenliebe für alle erfahrbar machen

Die Immanuel Diakonie gibt es seit über 70 Jahren in Berlin. Die Vorgängereinrichtung dieses Seniorenzentrums Schöneberg, ein Alten- und Siechenheim (so nannte man es) und das spätere Hospital Feierabendheim, war die erste von heute 68 Einrichtungen der Immanuel Diakonie.

Die Mitglieder der Kirchengemeinde haben ein vom Krieg beschädigtes Gebäude in ehrenamtlicher Arbeit im Jahr 1947, unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkrieges, wieder aufgebaut. Es war schon damals ihr Wunsch, mit Hilfe dieser Einrichtung, christliche Nächstenliebe für alle erfahrbar zu machen, alten und kranken Menschen zu helfen – und das ist unverändert so geblieben.

Den Menschen als Ganzes sehen

Auch die Immanuel Diakonie hat die Formulierung ihrer Werte vor wenigen Jahren neu erarbeitet und ich lese Ihnen den ersten von fünf Werten vor:

Immanuel. Den Menschen als Ganzes sehen – mit Körper, Geist und Seele: diese Haltung entspricht unserem christlichen Menschenbild. Bei uns steht der Mensch in seiner Einmaligkeit an erster Stelle – gleich welcher Herkunft, Weltanschauung oder Lebensweise, wie alt oder jung, stark oder schwach, arm oder reich, gesund oder gesundheitlich beeinträchtigt. Und aus diesem christlichen Verständnis der Nächstenliebe entsteht die Kraft, die uns alle antreibt. Und weil „Gott mit uns ist“ (hebräisch: „Immanuel“), versuchen wir immer ein Stück mutiger zu sein.

In Umsetzung dieses Wertebegriffs und mit dem beschriebenen Mut haben sich unsere Mitarbeitenden für den „Lebensort Vielfalt“, hier im Seniorenzentrum eingesetzt. Ihnen allen gilt an diesem Tag unser Dank.

 
 
 
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